Reisebericht El Quseir vom 08. bis 15. Dez. 2008

von Alexander, Heidi, Hans-Leo und Andi

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Als Obmann eines österreichischen Tauchvereins war ich mit einigen Freunden vom 08. bis 15.12.2008 in Ägypten, EL QUSEIR, im Mövenpick-Ressort, zu Gast.

Die Anreise erfolgte von WIEN nach MARSA ALAM im Direktflug mit FlyNiki. Nach 4,5 Stunden erreichten wir den Flughafen. Der MARSA ALAM International Airport, ca. 60 km nord-nordwestlich von MARSA ALAM, ist der erste Privatflughafen in Ägypten und wurde am 1. November 2001 eröffnet. Der Flughafen wurde von der "M.A. Kharafi Group of Kuwait" gebaut, um Touristen komfortabel in die nahe gelegenen Hotelanlagen und zu den südägyptischen Tauchbasen am Roten Meer zu bringen. Damit entfällt die früher übliche stundenlange Busfahrt (270 km) von Hurghada Richtung Süden.
Nach einem kurzen Check der Einreiseformalitäten, wurden wir mittels Bustransfer ins o.a. Hotelressort gebracht.

Die Zimmer – naja – der Qualität eines Mövenpick-Hotels entsprechen sie nicht; dazu kommt, dass man bei gewissen Zimmerblöcken 10 Minuten Fußmarsch zum Restaurant bzw. zur Tauchbasis einrechnen muss. Wir hatten herausgefunden, dass für Taucher die Zimmer im Block 11 die idealsten sind. Sie sind in unmittelbarer Nähe des Strandes und daher ist der Anmarsch zur Tauchbasis „nur“ ca. 5 Minuten.
Bei der ausstattung der Zimmer sollte man keine zu großen Ansprüche stellen. Doppelbett oder Twin-Bett, ein Schreibtisch, eine Minibar und ein Wandschrank sind die spärliche Ausstattung. Den Fernseher hatte ich noch vergessen, der ist aber für Taucher eher nebensächlich.

Zum Tauchen und der Tauchbasis:

Nachdem wir uns vom Zimmerschock so halbwegs erholt hatten, ging es Richtung Tauchbasis. Die unter schweizer Leitung geführte SUBEX-Basis hat leider nicht wirklich einen freundlichen Scharm. Hier dürfte eher Quantität vor Qualität stehen. Die Begrüßung war spärlich, die Freundlichkeit ist nüchtern. Wir hatten schon rechtzeitig von daheim aus die Tauchpakete vorausgebucht, da es in den Sommermonaten vorkommen kann, dass die Basis überfüllt ist..
Der Check-Dive nennt sich hier Welcome-Dive und wurde für uns von Birgit durchgeführt. Ein ganz großes Lob an Birgit. Sie hatte uns unter Wasser so viel gezeigt, dass die Zeit im Fluge verging und wir bereits zur „Prüfung“, dem Maskenausblasen und Wechselatmung kamen. Da wir diese Übungen leicht meisterten (an dieser Stelle sei sehr positiv erwähnt, dass die Übungen erst am Ende des TG durchgeführt wurden), wurden wir zu Independent-Tauchern ernannt. Ab sofort konnten wir am Hausriff so oft wir wollten tauchen.

Die Bucht ist zum Tauchen sehr ideal.  Es herrscht zwar manchmal ein- oder auslaufende Strömung, aber die beiden Riffseiten – Links, das nördliche Riff, rechts, das südliche Riff – sind teilweise im Strömungsschatten. Die Vielfalt der Unterwasserlandschaft ist gigantisch. Man kann gut und gerne 20 bis 30 Tauchgänge am Hausriff verbringen und trotzdem hat man noch nicht alles gesehen. Was es nicht am Hausriff gibt, sind Großfische. Aber dafür entschädigt der Makro- und Normalbereich. Für Liebhaber von Höhlen gibt es unter dem Riffdach viele Abschnitte die entweder alleine oder mit einem Guide betaucht werden können.

Der Einstieg erfolgt mit einem Sprung vorwärts, der Ausstieg bequem über eine Alu-Treppe. Der vordere Bereich des Stegs ist windgeschützt und überdacht, damit man in Ruhe und ohne Hektik die Flasche anlegen kann (oder machen lassen kann). Diese verbleibt übrigens am Steg und muss nicht hin- und hergetragen werden. Das wird alles durch die hilfsbereiten einheimischen Guides mittels Transportwagen erledigt.
In der Tauchbasis gibt es genügend Platz, um sich beim De-Brifing gemütlich ein „Dekobier“ genehmigen zu können.
Ein Nachteil sind die kleinen und beengten Umkleideräume. Dort erfolgt auch die Aufbewahrung der Ausrüstung. Jeder Taucher bekommt für die Dauer des Aufenthaltes eine Tauchkiste mit Nummer sowie eine absperrbare Box für Reglerset usw. zugewiesen.
Vielleicht könnten auch die Becken zum Ausspülen der Ausrüstung größer ausfallen, denn wenn alle Taucher vor Ort sind, wird es sehr eng und das Wasser ist rasch versalzt.

Zum Restaurant und zum Essen:

Es gibt immer Buffet mit einer großen Auswahl an Speisen. Dennoch - mir scheint, es gibt 2 Küchencrews: mal schmeckt das Essen sehr orientalisch (wer es mag, ist hier gut bedient) mal schmeckt es sehr europäisch. Was für sensible Gaumen auch kein Nachteil ist. Die Bedienung war zwar nicht die schnellste, aber dafür umso freundlicher. Und mal ehrlich: Man ist ja im Urlaub und nicht auf einer „Hetz-Jagd“.
Das die Tische alle mitsamt nicht wirklich einen stabilen Stand haben, dürfte wohl am Alter der Ausstattung liegen. Die vielen Gäste der letzten Jahre hinterlassen naturgemäß ihre Spuren. Aber wir Österreicher sind ja recht gut im Improvisieren, daher hat man schnell den Tisch so fixiert, dass er (zumindest für diesen Abend) nicht mehr wackelt.
Einmal waren wir in der Früh im Freien Essen; würde ich aber keinem empfehlen, außer er hat einen Fliegenwedel oder ein schlechtes Deodorant. Die Fliegen sind leider sehr lästig und störend.
Was eine tolle Einrichtung im Hotel ist, sind die Golfwagen, die zum Transport des Gepäcks und der Personen dienen. Mit ein wenig Trinkgeld kann man sich täglich abholen lassen und braucht die weiten Strecken im Hotel nicht zu Fuß zurück zu legen.
Was die Umwelt betrifft, ist dieses Hotel ein Vorreiter in Ägypten gewesen. Alles wird recycled und mittels sauberer Energie (Wind-, Solar- oder Wasserenergie) betrieben. Ich bin der Meinung, dies sehr lobend zu erwähnen.

Alles in Allem ist das Hotel in die Jahre gekommen. Dank des kompetenten und freundlichen Personals entsteht aber für den Besucher der Eindruck, als alles in Ordnung wäre. Wer genauer hinter die Kulissen sieht wird aber schnell feststellen, dass die 4,5 Sterne des Hotels rasch auf 3 Sterne absinken.
Wem es nicht stört, der ist hier auf jeden Fall gut aufgehoben.

Alexander WALLISCH,
Obmann des Vereins

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